Der Wortschatz

Um eine Sprache lernen zu wollen, kann es hilfreich sein zu wissen, wie der Wortschatz überhaupt aufgebaut ist.

Der große Brocken, der beim Lernen einer Sprache gemeistert werden muss, ist das Vokabeln lernen. Die meisten Lernenden geraten hier ins Schwitzen und halten sich gefühlte Ewigkeiten an kleinen unwichtigen Vokabeln auf und verlieren sich im Detail. Wie Ferriss in seinem Konzept behauptet, reichen zum Beispiel beim Englisch lernen bereits die wichtigsten 1000 Vokabeln aus. Verschiedene Zahlen können dies belegen.

Aktiver und passiver Wortschatz

Zunächst einmal kann man den Wortschatz in aktiven und passiven unterscheiden. Ersterer ist der Wortschatz, der aktiv benutzt wird, das heißt, dass deren Wörter eigenständig genutzt werden können. Der passive Wortschatz dagegen ist der, den man zwar selbst nicht aktiv nutzen kann, das heißt also die Wörter in einem Satz benutzen kann, dass man ihn aber versteht. Ein Beispiel soll dies veranschaulichen. Ein Englischlernender fragt nach dem Weg zum Bahnhof. Er stellt also die Frage "How do I get to the station?". Das heißt, dass er weiß was Bahnhof heißt und dieses Wort selbst benutzen kann. Antwortet der Gefragte "You have to go straight ahead until you reach the butcher and then turn right" und der Lernende würde verstehen, dass er beim Fleischer rechts abbiegen soll, ohne jedoch das Wort Fleischer aus eigenem Wissen heraus hätte produzieren können, so handelt es sich hier um ein Wort aus dem passiven Wortschatz. Solche Wörter können zum Beispiel auch nur aus ihrem Kontext heraus verstanden werden. Der passive Wortschatz ist in der Regel wesentlich größer als der aktive. Machen Sie sich also beim Fremdsprachen lernen keine Sorgen, wenn Sie nur wenige Wörter selbst sprechen können, Sie können viel mehr verstehen, als Sie denken.

Wie groß ist der Wortschatz?

Die Zahlen, wie groß ein Wortschatz ist, variieren je nach Quelle sehr stark. Das Deutsche Universalwörterbuch von Duden schätzt den Wortschatz der Alltagssprache auf 500.000, den zentralen Wortschatz auf 70.000 und die 25. Auflage des Dudens umfasst 135.000 Wörter. Allein hier kann man die große Diskrepanz erkennen. Da sich jedoch einfache Komposita, deren Bedeutung sich allein aus ihrer Zusammensetzung ergeben, Neubildungen und Fachbegriffe nur begrenzt in solchen Wörterbüchern wiederfinden, kann davon ausgegangen werden, dass der deutsche Wortschatz weitaus größer ist.

Wie viele Wörter verwendet man überhaupt?

Dass der Wortschatz so viele Wörter enthält, heißt nicht, dass man diese auch alle kennen bzw. benutzen muss. Das würde jeden der eine fremde Sprache sprechen möchte bereits von Anfang an demotiveren. Sie können gelassen bleiben, keiner benutzt 500.000 Wörter. Der individuelle Wortschatz ist um einiges geringer. Geschätzt werden ca. 12.000 Wörter im Durchschnitt, die ein Muttersprachler aktiv nutzt. Je nach Person, also je nach Alter oder Beruf zum Beispiel, variiert diese Zahl zwischen 2.000 und 20.000 Wörtern. Doch auch die müssen Sie als Fremdsprachenlernender nicht alle können.

Die häufigsten geschriebenen und gesprochenen Wörter

Auch dieser stark verkleinerte Wortschatz muss von Ihnen nicht beherrscht werden. Denn das Konzept von Timothy Ferriss basiert darauf, dass der Großteil aller geschriebenen Texte oder auch der gesprochenen Sprache nur aus einer kleinen Anzahl aus Wörtern besteht. So machen die häufigsten 25 Wörtern einer Sprache bereits ein Drittel des Textes aus. Mit den häufigsten 100 Wörtern werden Sie die Hälfte verstehen können und mit 300 65%. Bedenken Sie nun, wie weit Sie also schon mit den häufigsten 1000 Wörtern kommen können, welche wir Ihnen hier vorstellen!

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