Warum 1000 Vokabeln bereits ausreichen können

Timothy Ferriss Konzept klingt interessant und lädt zum Ausprobieren ein. Und dröselt man die Sprache etwas auf, kann man auch erkennen warum 1000 Vokabeln Erfolg versprechen.

Dem Menschen steht eine Vielzahl an Wörtern zur Verfügung, benutzt wird jedoch nur ein Bruchteil. Das hat nichts mit Dummheit oder fehlender Eloquenz zu tun. Viele Wörter sind einfach zu speziell, wie Fachbegriffe zum Beispiel oder veraltet. Sprache ist etwas sehr lebendiges, etwas, das sich stets im Wandel befindet. Neue Wörter kommen hinzu, andere werden nur noch selten genutzt. Ein gewisser Grundstock bleibt jedoch bestehen. Und zu diesem zählen die 100 Vokabeln, welche es zu lernen gilt.

Der deutsche Wortschatz

Der deutsche Wortschatz wird je nach Zählung auf circa 300.000 bis 500.000 Wörter geschätzt. Was hiervon im aktiven Wortschatz übrig bleibt, ist nur ein Bruchteil. Laut Duden beläuft sich dieser nämlich nur noch auf knappe 12.000 bis 16.000 Wörter eines deutschen Durchschnittssprechers, wovon 3500 Fremdwörter sind. Ohne Schwierigkeiten werden mindestens 50.000 Wörter verstanden. Diese Zahlen variieren, zum Beispiel je nach Region, Bildungsgrad, Beruf oder Alter.

Die geschriebene und gesprochene Sprache

12.000 Wörter, die also ein Muttersprachler aktiv nutzt. 1000 Vokabeln klingt dann dennoch recht viel. Timothy Ferriss hat jedoch die englische Sprache analysiert und dabei herausgefunden, dass sowohl in der geschriebenen als auch in der gesprochenen Sprache bereits eine geringe Anzahl an Wörtern einen vergleichsweise großen Teil des Textes ausmacht. Dabei konnten folgende Erkenntnisse getroffen werden: bereits die 25 häufigsten Wörter einer Sprachen bildeten 30% des Textes, die ersten hundert circa die Hälfte und die ersten 300 ungefähr 65%. Danach steigen die Prozentzahlen nur noch langsamer an. Dennoch ist es erstaunlich, wenn man bedenkt, wie weit man mit 1000 Vokabeln dann bereits kommen kann.

1000 Vokabeln im Deutschen

Dass das nicht nur aus der Luft gegriffene Zahlen sind, beweist der Duden. Denn auch dieser hat feststellen können, dass die 100 häufigsten Wörter fast die Hälfte aller untersuchten Texte ausmachten. Würde man diese also herausnehmen, würde im Schnitt jedes zweite Wort entfallen. Mit den häufigsten 2327 Wörtern deckt man 75% ab. Der Duden konnte diesen Sachverhalt sehr treffend zusammenfassen: „Es gibt in deutschen Texten relativ wenige Wörter, die sehr oft vorkommen, und umgekehrt relativ viele Wörter, die nur sehr selten vorkommen.“ Dies ist in den meisten Fremdsprachen ähnlich. Und schaut man sich an, was für simple Wörter die 50 häufigsten Vokabeln der deutschen Sprache sind, erscheint die Aufgabe 1000 Vokabeln in einer Fremdsprache nur noch halb so schwer.


Es ist erstaunlich, was dabei herauskommt, wenn man die Sprache etwas aufdröselt. 1000 Vokabeln zu lernen, erscheint dann eine wirklich lohnenswerte Aufgabe, welche gar nicht mehr so schwer wirkt. Das Gute ist vor allem auch, dass man mit Hilfe von 1000 Vokabeln ganz leicht viele weitere wie von selbst lernen wird. Nur mit etwas Interesse und Neugier.

 

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